Was tun gegen Schnarchen? Welche Tipps wirklich helfen!

Schnarchen ist ein großes Problem, für den Schnarcher wie für seine Mitbewohner. Obwohl man gerne über das Thema witzelt, ist es für die Betroffenen ziemlich ernst. Zum einen erzielt der Schnarcher keinen wirklich erholsamen Schlaf, zum anderen beeinträchtig das Schnarchen den Partner, oder man hat Angst, in bestimmten Situationen, z.B. im Flugzeug, zu schlafen und dann peinliche Situationen zu erleben.

Im schlimmsten Fall leidet der Betroffenen unter einer Schlafapnoe, die eine gefährliche Krankheit ist, die medizinisch behandelt werden muss.

Übrigens sei vorab gesagt, dass die Schnarcher keineswegs alleine dastehen. Verschiedene Studien legen nahe, dass etwa die Hälfte -mache Studien sprechen sogar von bis zu 60% – der Männer und 42% der Frauen schnarchen.[1]

Wir sehen uns in diesem Beitrag an, wie es zum Schnarchen kommt, welche Faktoren es begünstigen und geben Ihnen schließlich sechs wertvolle Tipps, wie Sie das Schnarchen loswerden, oder zumindest deutlich reduzieren können.

So entsteht Schnarchen

Das lästige Schnarchgeräusch tritt in der Regel während des Schlafs ein, da sich unsere Muskulatur entspannt. Durch die Entspannung kommt es in den oberen Atemwegen zu einer Verengung und der Luftfluss in der Nase, im Rachen oder dem Schlund wird behindert. Durch die Verengung dieser Luftwege werden Turbulenzen erzeugt, die die umgebenden Weichteile bei jedem Atemzug in Vibration versetzt. Diese Weichteile sind meist, Gaumen, Halszäpfchen und Zungengrund.

Ursachen des Schnarchens

Es gibt mehrere Faktoren, die das Schnarchen hervorrufen oder begünstigen können.

Ursachen Schnarchen
Schnarchen kann viele Ursachen haben

Anatomische Gegebenheiten

Ein wichtiger Faktor sind anatomische Gegebenheiten. Diese Form des Schnarchens hat nichts mit dem Alter oder dem Geschlecht zu tun, und kann somit auch bei Kindern und sehr schlanken Menschen vorkommen. So schnarchen z.B. auch ca. 8% der Kinder. Diese Bedingungen können sein:

  • ein sehr kurzer Abstand der Zunge zu der Rachenhinterwand
  • sehr großes Halszäpfchen
  • große Zunge
  • vergrößerte Gaumenmandeln (Tonsillen)
  • vergrößerte Rachenmandeln
  • schlaffer Weichgaumen (Webbing)
  • verkürzter und zurückliegender Unterkiefer
  • Überbiss
  • Engstellung der Zähne
  • Verengungen in der Nase.

Alter

Auch das Alter spielt eine Rolle, denn das Körpergewebe verliert an Festigkeit und es kommt somit schneller zu den oben beschriebenen Vibrationen, die dann das lästige Schnarchgeräusch verursachen.

Geschlecht

Männer leiden statistisch gesehen öfter unter Schnarchen und fangen auch früher damit an, als Frauen.

Übergewicht

Übergewicht der größte Risikofaktor für die gefährliche Schlafapnoe. Bevor es soweit kommt, fängt allerdings das lästige Schnarchen an. Denn die Fettdepots um den Hals schnüren quasi die Atemwege zu und die freie Zirkulation der Atemluft wird verhindert. Um zu mehr Luft zu kommen, wird vom Körper daraufhin die Mundatmung bevorzugt und dies führt dann zum Schnarchen. Wenn also eine übergewichtige Person schnarcht, ist die einfachste und gesundeste Maßnahme, Anzunehmen.

Rückenschlaf

Diese Schlafposition fördert das unangenehme Schnarchen, da sich Zunge und Kinn beim Schlaf entspannen. Sie drücken dann auf die Atemwege und schränken diese ein, wodurch es zum Schnarchen kommen kann.

Deshalb geben die Partner der Schnarcher diesen oft nachts einen kleinen Schubs oder bewegen sie auf anderem Wege zum Verändern der Schlafposition, und schon hört das Schnarchen auf.

Alkohol und Zigaretten

Alkohol entspannt bekanntermaßen die Muskeln und somit auch die im hinteren Teil des Mundes befindlichen. Und dies führt dann zum Schnarchen.

Rauchen reizt die Atemwege und den Rachen und verursacht unter anderem Schwellungen, welches dann das freie Atmen schwerer machen.

Allergien

Allergien sind oft der Grund für Verstopfte Nasen. Die Betroffenen atmen dann vermehrt durch den Mund, was zu Schnarchen führen kann, vor allem, wenn man dann auch noch auf dem Rücken schläft (s.o.).

Medizinische Probleme

In manchen Fälle haben die Betroffenen jedoch auch echte medizinische Probleme. So ist Schnarchen manchmal ein Zeichen von Diabetes oder Schilddrüsenunterfunktion.

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann zum Schnarchen beitragen. Wir raten daher immer, vorsichtshalber auch einen Arzt zu Rate zu ziehen.

Das ist besonders bei den Menschen sehr wichtig, die sogenannte Atemaussetzer während des Schlafes haben. Schlafapnoe kann lebensgefährlich sein und starke Schnarcher, die nachts des Öfteren einen Aussetzer in der Atmung haben, sollten unbedingt einen Arzt oder noch besser ein Schlaflabor aufsuchen.

6 Tipps, wie Sie das lästige Schnarchen loswerden oder reduzieren können

Sie leiden unter dem unangenehmen Schnarchen und fragen sich, was Sie dagegen tun können? Wir haben ein paar einfache und sehr wirkungsvolle Tipps für Sie zusammengestellt.

Schnarch-Tipp # 1: Nasenatmung verbessern

Sehr oft ist eine beeinträchtigte Nasenatmung ein wichtiger Faktor für das Schnarchen. Sorgen Sie also dafür, dass die Nase frei ist. Handelt es sich um eine Erkältung oder Allergie, so sollte man entsprechende Mittel wie Schleimlöser und Nasensprays benutzen. Ansonsten gibt es praktische Nasen Spreizer, Nasenklammern und Nasenpflaster gegen Schnarchen.

Schnarch-Tipp # 2: Mundatmung vermeiden

Die häufigste Ursache für Schnarchen ist die Mundatmung. Zudem ist dies Art der Atmung generell ungesund und sollte ohnehin vermieden werden.

Da Sie ja nun schlecht während des Schlafes bewusst die Form der Atmung beeinflussen können, raten wir Ihnen zur Anschaffung eines sogenannten Schnarch Mundstücks oder alternativ hierzu ein Kinn Band.

Schnarch-Tipp # 3: In Seitenlage schlafen

Die zweithäufigste Ursache von Schnarchen ist, dass während des Schlafes die Zunge erschlafft und somit nach hinten in den Rachen sinkt. Dies verengt oder versperrt die Atemwege und es kommt zum Schnarchen. Vermeiden Sie also die Rückenlage als Schlafposition. Sollten Sie das ohne Hilfe nicht schaffen, gibt es praktische und preiswerte Hilfsmittel, wie z.B. Schlafrucksäcke, Schlafgürtel und Lagerungsbandagen.

Schnarch-Tipp # 4: Kieferposition korrigieren

Eine weitere Möglichkeit, um das Erschlaffen und damit verbundenen Rutschen der Zunge nach Hinten zu vermeiden ist die Verwendung eines Hilfsmittels, dass die Kieferposition korrigiert. Hierbei wird der Unterkiefer leicht nach vorne geschoben und das Zurückrutschen der Zunge so vermieden.

Hierzu verwendet man eine Anti-Schnarch Schiene, auch Protrusionsschiene oder MAD (Mandibular Avancement Device) genannt.

Schnarch-Tipp # 5: Gaumengewebe trainieren

Das unangenehme Schnarchen geht mit einer Gewebeschwäche einher. Das erschlaffte Gewebe im Mund oder Rachenraum wird durch die Turbulenzen der Atemluft in Schwingungen versetzt und das Schnarchgeräusch entsteht. Trainieren Sie also das Gaumengewebe gezielt. Hierzu stehen verschiedene Trainingsgeräte im Fachhandel zur Verfügung. Ein sogenannter Face-Former hilft beim Training.

Schnarch-Tipp # 6: Verändern Sie Ihren Lebensstil

Wie bereits oben beschrieben, gibt es zahlreiche Faktoren, die auf den Lebensstil zurückzuführen sind. So ist z.B. bei übergewichtigen Menschen deshalb die erste, wichtigste und gesündeste Maßnahme gegen das Schnarchen, Gewicht zu verlieren.

Ebenso sollten Sie, auf Tabak und Alkohol verzichten, insbesondere direkt vor dem Schlafengehen.

Allergiker sollten natürlich auch darauf achten, dass keine Allergene im Schlafzimmer sind, bzw. die entsprechenden Medikamente eingenommen werden.

Fazit Schnarchen

Sollten keine echten anatomischen oder gesundheitlichen Probleme vorliegen, so lässt sich mit relativ einfachen Hilfsmitteln und Vorkehrungen das Schnarchen deutlich reduzieren und in vielen Fällen sogar ganz beseitigen. Generell kann es auch eine gute Idee sein, mehrere unserer Tipps zu kombinieren. Stellen Sie also z.B. gleichzeitig bestimmte Gewohnheiten in Ihrem Lebensstil um (Ernährung/Gewichtsverlust, Verzicht auf Alkohol vor dem Schlafen, Tabakkonsum), und versuchen Sie zudem die Schlafposition und die Nasenatmung zu verbessern.

[1] https://somnishop.com/statistik-wie-viele-menschen-schnarchen/

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