Schlafstörungen – Umfassender Ratgeber: Ursachen, Formen, Hausmittel & Tips

Schlafstörungen als ein gesellschaftliches Problem zu bezeichnen, trifft den Kern der Sache gut. Laut dem “DAK-Gesundheitsreport” des Jahres 2017 leiden mittlerweile etwa 80 Prozent der arbeitenden Deutschen unter Schlafstörungen. Unter diesem Schlagwort werden anhaltende Ein- und Durchschlaf-Störungen sowie akute Schlaflosigkeit (Insomnie) als schwere Schlafstörungen zusammengefasst. Wer nur bei Vollmond nicht einschlafen kann und wie gerädert aufwacht, dem würde ein Arzt noch keine behandlungsbedürftigen Schlafprobleme attestieren.

Auffällig ist: Seit 2010 werden unter Berufstätigen fast jeder Altersgruppe immer häufiger Schlafstörungen diagnostiziert. Die Zahl der Betroffenen ist um satte 66 Prozent höher als in den Jahrzehnten zuvor. Wenn geschätzte 34 Millionen Deutsche bei der Arbeit übermüdet sind und jeder zehnte Arbeitnehmer an Insomnie leidet, läuft etwas falsch. Die meisten Betroffenen behandeln ihre Schlafprobleme selbst. Der Umsatz von leichten und mittelschweren Schlafmitteln, die ohne Rezept erhältlich sind, ist stark gestiegen. Doch viele der Schlafprobleme von heute sind hausgemacht. Sie beruhen auf unserer modernen Lebensweise.

Was ist eine Schlafstörung?

Unter anhaltend gestörtem Schlaf verstehen wir einen Mangel an Schlafdauer und erholsamer Schlafqualität. Ein anhaltender Schlafmangel wird auch als Insomnie bezeichnet. Wer mindestens dreimal in einer Woche über ein halbes Jahr schlecht einschlafen oder schlecht durchschlafen kann, kommt dadurch nicht auf die benötigte Zahl an erholsamen Schlafstunden. Werden keine seelischen oder organischen Ursachen dafür gefunden, liegt eine Schlafstörung vor.

Manche Menschen wachen jeden Morgen um vier Uhr auf. Sie können danach trotz aller Bemühungen nicht wieder einschlafen. Hier könnte die Organ-Uhr einen Hinweis auf eine mögliche Ursache geben. Bestimmte Organe nehmen zu bestimmten Zeiten nach einem nächtlichen Ruhe-Modus ihre Arbeit wieder auf. Ob ein Arzt oder Heilpraktiker solche Schlafstörungen beheben kann, ist zu erfragen. Möglicherweise kann eine Organ-Entlastung hilfreich sein. Auch veränderte Essenszeiten sind eine Möglichkeit, die Organe zu entlasten.

Andere schlafgestörte Menschen liegen nach dem Zubettgehen noch stundenlang wach. Möglicherweise können sie belastende Probleme nicht loslassen. In anderen Fällen haben vielleicht zu lange am PC gesessen. Sofern die Schlafstörungen nicht durch körperliche oder seelische Belastungen erklärbar sind, sind sie laut ICD10 eine nicht-organische Schlafstörung. Unterschieden werden verschiedene Stufen von Schlafproblemen, nämlich

  • F 51.0 nicht-organische Insomnie
  • F 51.1 nicht-organische Hypersomnie
  • F 51.2 nicht-organische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus
  • F 51.3 Somnambulismus bzw. Schlafwandeln
  • F 51.4 Pavor nocturnus (nächtliches Schreien)
  • sowie F 51.5 Albträume und anhaltende Angstträume.
Lange anhaltende Schlafprobleme sorgen nicht nur für bleierne Müdigkeit am Tage. Sie ziehen auch Konzentrationsstörungen, Leistungseinbrüche oder eingeschränkte Fahrtüchtigkeit nach sich.

Bei der Arbeit werden von müden Menschen mehr Fehler gemacht. Die Stimmung Betroffener ist gereizter als üblich. Trotzdem gehen die wenigsten Menschen mit anhaltendenden oder häufig auftretenden Ein- oder Durchschlafproblemen zum Arzt. Viele Betroffene behelfen sich mit bewährten Hausmitteln. Sie trinken warme Milch mit Honig. Viele Betroffene kaufen frei verkäufliche Schlafmittel. Manche versuchen, sich mit Alkohol mehr Schlafbereitschaft zu erarbeiten. Manche Menschen lesen sich müde. Problematisch ist aber, dass gestörter Schlaf – obwohl er zunächst nur eine akut auftretende Störung darstellt – auch ein chronisches Problem werden kann.

Jenseits von hilfreichen Selbsthilfemaßnahmen ist im Falle einer kurzfristig auftretenden Störung oder besonderer Belastungen der Besuch bei einem Arzt immer sinnvoll. Eine Abklärung von anhaltenden Schlafstörungen ist vor allem dann angezeigt, wenn die Schlafstörung das Leben der Betroffenen spürbar belastet. Dahinter könnte eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder eine Schlafapnoe stecken. Diese müssen behandelt werden. Außerdem wird der Schlaf häufig durch ungute Verhaltensweisen wie langes Fernsehen, häufige Partygänge oder spannende PC-Spiele behindert.

Auch Elektrosmog im Schlafzimmer oder Lichtwerbung in der Umgebung des Schlafzimmers können den Schlaf nachhaltig behindern. Wenn sämtliche für den Betroffenen erkennbaren Störfaktoren ausgeschaltet sind, sollte der Schlaf wieder tief und erholsam sein. Ist er das nicht, ist eine Abklärung zwingend.

Die Symptome einer Schlafstörung

Mediziner unterscheiden die Symptome von gestörtem Nachtschlaf in zwei unterschiedliche Problemfelder: Das Schlafproblem selbst – und die nachfolgenden Beschwerden. Die Beschwerden, die das Schlafen betreffen, sind Ein- und Durchschlafstörungen, wirre Träume, unruhiges Hin- und Her-Wälzen oder mangelnde Schlafqualität. Außerdem können Schweißausbrüche, Wadenkrämpfe, Verspannungen, nächtliche Unruhe und Alpträume auftreten.

Zusätzlich können die betroffenen Menschen bemerken, dass sie nachts oft auf die Toilette gehen müssen. Manche haben Atemaussetzer im Schlaf. Einige Menschen schnarchen oder knirschen so stark mit den Zähnen, dass sie davon aufwachen. Mancher spürt einen übermäßigen Bewegungsdrang in den Beinen, der mit Missempfindungen wie Kribbeln einhergeht. Außerdem können dauerhafte Schlafstörungen auf eine verdeckte Depression hinweisen. Bei allen genannten Hinweisen, die zusätzlich zu den hier genannten Symptomen auftreten können, sind organische Ursachen für die Schlafprobleme anzunehmen. Diese bedürfen daher einer zeitnahen Abklärung.

In die zweite Beschwerdekategorie gehören all jene Symptome, die die Betroffenen als Folge des schlechten Schlafes am Tage belasten. Die Betroffenen klagen tagsüber über Symptome wie Erschöpfung, Konzentrationsmangel, Sekundenschlaf, innere Unruhe und Nervosität, Gereiztheit und Leistungseinbrüche. Etwa ein Viertel aller Schlafstörungs-Bilder gelten als behandlungsbedürftig.

Formen der Schlafstörung

Die meisten Menschen haben gelegentlich mit schlechtem oder gestörtem Schlaf zu tun. Die Ursache dafür ist meist nachvollziehbar, zum Beispiel vorübergehende Finanzsorgen, Stress im Büro oder familiäre Probleme. Viele Menschen wissen auch, dass sie bei Vollmond schlechter schlafen als normal. Langes Sitzen am PC, spannende TV-Thriller, PC-Spiele und angeregte Unterhaltungen im Freundeskreis hinterlassen ebenfalls ihre Spuren.

Wenn es jedoch zu länger anhaltenden Phasen mit schlaflosen Nächten kommt, sind verschiedene Störungsformen des Schlafes zu unterscheiden. Genannt werden können die

  • Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen bzw. Insomnien
  • problem- und belastungsbedingter Schlafmangel
  • die Tagesschläfrigkeit bzw. Hypersomnie mit unterschiedlichen Arten
  • zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen, z. B. durch einen Jetlag
  • Schlafunterbrechungen bzw. Parasomnien, beispielsweise durch einen Gang auf die Toilette
  • Bewegungsstörungen im Schlaf, auch als Restless-Legs-Syndrom bekannt
  • oder Atemstörungen wie bei der Schlafapnoe.

Ein- und Durchschlafstörungen sind durch zu frühes Erwachen sowie schlechten und unruhigen Schlaf gekennzeichnet. Viele Menschen können schlecht einschlafen. Ein- und Durchschlafstörungen dürften daher zu den häufigsten Störungen des Schlafes gehören. Als Folge treten Tagesmüdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen und Gereiztheit, innere Anspannung, Kopfschmerzen und Sorgen über die Auswirkungen des Schlafmangels entstehen. Problem- oder belastungsbedingter Schlafmangel tritt ebenso häufig auf. Er tritt meistens akut und vorübergehend auf. Doch wenn es dem Betroffenen nicht gelingt, Stress oder Probleme zu lösen, kann diese Form der Schlafstörung auch chronisch werden.

Tagesschläfrigkeit bzw. Hypersomnie kann unterschiedliche Ausprägungen haben. Oft liegt die Ursache im Zentralnervensystem. Die bleierne Müdigkeit am Tage erklärt sich möglicherweise durch eine Narkolepsie oder Schlafkrankheit, aber auch als Folge von Medikamenten- oder Drogenmissbrauch oder einer Hirnschädigung. Die zirkadianen Schlafmängel sind auf eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus zurückzuführen. Viele Menschen kennen die Folgen von Jetlag, die hier zu nennen sind. Doch auch Schichtarbeit, eine organische Erkrankung oder anhaltender Medikamenten- und Substanzmittelmissbrauch können zu massiver Tagesschläfrigkeit führen.

Als Parasomnie werden alle episodischen Schlaf-Unterbrechungen gewertet. Menschen erwachen, weil sie auf die Toilette müssen. Danach können sie oft schlecht einschlafen. Mancher wacht auf, weil er Schmerzen oder Krämpfe hat, weil er nachts gestöhnt hat oder weil er einen Alptraum erlebte. Seltener erwacht jemand kurz während des Schlafwandelns, ohne zu wissen, wo er ist. Manche Menschen haben nachts Heißhunger. Sie gehen im halbwachen Zustand zum Kühlschrank. Danach können sie meist schlecht einschlafen, weil die Verdauung dem Schlaf im Wege steht.

Zu den schlafbezogenen Bewegungsstörungen gehört schlechter Schlaf durch stereotype Bewegungen der Beine – das sogenannte Restless-Legs-Syndrom (RLS). Auch das nächtliche Zähneknirschen ist hier einzuordnen. Schlafbezogene Atmungsstörungen wie mehrere Formen der Schlafapnoe führen zu unbemerkten nächtlichen Atemaussetzern. Am Morgen fühlen sich die Betroffenen unerholt. Sie sind ständig müde und fühlen sich wie gerädert.

Alle hier genannten Formen von Schlafstörungen können sich mit anderen Symptomen überschneiden. Das bedeutet, die Betroffenen können gleich mehrere Formen gestörten Schlafes nebeneinander aufweisen. Ursächlich für anhaltende Schlafprobleme können sowohl hausgemachte wie auch krankheitsbedingte Gründe sein. In diesen Fällen ist es schwieriger, die einzelnen Ursachen zu diagnostizieren und die Schlafstörungen zu beheben.

Tatsächlich gibt es neben all diesen definierten Formen gestörten Schlafes auch Symptome, die für sich stehen, noch unerklärt sind oder zu den sogenannten Normvarianten zählen. Diese spielen sich meist in der Grauzone zwischen einer harmlosen und einer pathologischen Störung des Schlafes ab. Manche Menschen kommen beispielsweise mit wenig Schlaf aus, ohne dass eine Schlafstörungs-Problematik vorliegt. Andere Menschen sind Langschläfer. Sie leiden jedoch nicht unter Tagesmüdigkeit, wenn sie gelegentlich nicht genug Schlaf bekommen. Schnarchen oder Muskelzuckungen beim Einschlafen sind nicht unbedingt Hinweise auf einen gestörten Schlaf.

Mögliche Ursachen von Schlafstörungen

Schlafstörungen können vielfältige Ursachen haben. Zu den Erkrankungsbildern, die zu schlechtem und gestörtem Schlaf führen können, kommen wir im nächsten Abschnitt. Hier zunächst die allgemeinen Verursacher.

Unterschieden werden primäre von sekundären Schlafproblemen. Bei den primären Schlafstörungen lassen sich weder körperliche, noch seelische Ursachen ermitteln. Meistens sind die Ursachen in Stress, Gedankenmühlen oder ungünstigen Schlafbedingungen zu finden. Hier können beispielsweise stundenlanges Fernsehen, Elektrosmog-Quellen im Schlafraum, Wasseradern und andere Störfelder, schlechte Luft, unbequeme Matratzen, zu kaltes oder zu warmes Raumklima als Ursachen genannt werden. Auch der abendliche Konsum von schwerem Essen, Alkohol und Nikotin kann Menschen den Schlaf rauben.

Die sekundären Schlafstörungen sind jedoch auf körperliche oder psychische Ursachen zurückzuführen. Zu den Auslösern sekundärer Schlafstörungen gehören beispielsweise

  • psychische Erkrankungen, z. B. Depressionen, Angsterkrankungen, Psychosen oder Schizophrenie
  • organische Erkrankungen, z. B. Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • chronische Schmerzen, z. B. Rheuma, Fibromyalgie, Arthritis, Hüftarthrose
  • chronische Erkrankungen, etwa Herz-Lungen-Probleme
  • Medikamenteneinnahme, z. B. Antibiotika, einige Antidepressiva, Blutdrucksenker, Zytostatika oder Kortison-Präparate
  • legale Drogen wie Koffein und Alkohol (z. B. Energy Drinks)
  • sowie illegale Drogen wie Exstasy, Cannabis, Kokain oder Heroin.

Welche Krankheiten können Schlafstörungen verursachen?

Auch eine ganze Reihe von organischen oder psychischen Krankheiten lassen Menschen schlecht einschlafen. Dazu gehören beispielsweise

  • Epilepsien
  • Multiple Sklerose
  • Demenz
  • Alzheimer
  • Hirntumoren
  • Krebserkrankungen
  • Schlaganfall
  • Parkinson
  • Schizophrenie
  • die posttraumatische Belastungsstörung
  • oder eine Depersonalisation.

Wer ist gehäuft von Schlafstörungen betroffen?

Wie ein Artikel im Magazin “Der Spiegel” suggeriert, kann eine Schlafstörung potenziell jeden Menschen betreffen. Bekannt ist beispielsweise, dass viele ältere Menschen Schlafprobleme haben. Junge Menschen beklagen aber ebenfalls immer öfter schlechten Schlaf oder mangelnde Schlafqualität. Die Gründe für mangelnden Schlaf sind in beiden Gruppen jedoch vollkommen unterschiedlich.

Dauerhafter Büro-Stress, familiäre oder finanzielle Probleme, ein unruhiges und hektisches Leben fordern irgendwann ihren Tribut. Sie erzeugen akute Schlafprobleme, Stresserkrankungen und Burn-out. Viele junge Leute haben das Handy ständig angeschaltet neben dem Kopfkissen liegen. Sie möchten ständig erreichbar sein und nichts verpassen. Unterschätzt wird jedoch die Wirkung eines starken Senders auf den Körper. Viele Schlafstörungen beruhen auf Strahlungseinwirkungen. Steckdosen und Quellen elektrischer Ströme in der Nähe des Bettes können erhebliche Schlafstörungen verursachen.

Lichtquellen im oder außerhalb des Schlafzimmers können ebenso zu Schlafstörern werden. Außerdem behindern auch starker Verkehrslärm, nächtliches Grölen von einer Kneipe, Elektrosmog aus Steckdosen und nachstrahlenden Elektrogeräten den gesunden Schlaf. Wie lange Fernseher oder Computerbildschirme nach dem Abschalten nachstrahlen, wird häufig unterschätzt. Solche Schlafstörer sind heute gehäuft im Leben aller Menschen zu finden. Daher ist es in neuerer Zeit schwer, Menschen zu finden, die noch nie von Schlafstörungen betroffen waren. Allgemein gesprochen, können akute oder anhaltende Schlafstörungen in praktisch jedem Alter auftreten.

Von einer Störung des Schlafes sprechen wir jedoch erst, wenn es jemandem mindestens ein halbes Jahr dreimal die Woche an erholsamem Schlaf mangelte. Wenn jemand Nacht für Nacht nur fünf Stunden schläft, muss nicht unbedingt eine Schlafstörung vorliegen. Die relevante Frage ist, ob derjenige sich ausgeruht und leistungsbereit fühlt – oder eben nicht.

Was kann man gegen Schlafstörungen tun

Sofern der schlechte Schlaf nicht auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung zurückzuführen ist, sind diverse Maßnahmen möglich. Einige Vorschläge folgen hier:

  • Stressminimierung
  • Stimulus-Kontrolle bzw. Schlafbereitschaft verbessern
  • Schlafdauer kürzen, um tiefer zu schlafen
  • lieber aufzustehen, als sich herumzuwälzen
  • langen Spaziergang vor dem Schlafengehen machen
  • nicht ans Schlafen denken, sondern wach bleiben wollen (paradoxe Intention)
  • Konzentration auf beruhigende Gedanken
  • Erwartungsängste mindern: nicht daran denken, dass man sowieso nicht schlafen kann
  • meditative Entspannung durch Atemübungen
  • Grübeleien ablegen und auf morgen vertagen
  • Entspannungsverfahren nutzen
  • Entspannungsbäder und ätherische Öle als Schlafhelfer einsetzen
  • ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen auf TV, PC, Tablet und Smartphone verzichten.

Der Griff zum Schlafmittel sollte ein Nothelfer bleiben. Harmlose Schlafhelfer wie Baldrian, Hopfen, Lavendel, Passionsblumen oder Melisse als Schlaftee oder Dragee sind in Ordnung. Ebenso Bachblüten-Präparate oder Homöopathie. Verschreibungspflichtige Schlafmittel sind Hypnotika mit Abhängigkeitspotenzial. Nach dem Absetzen kann es zu einer Rebound-Insomnie kommen – und alles geht von vorne los. Wer nachts auf die Toilette muss, ist von rezeptpflichtigen Schlaftabletten oft so benommen, dass er stürzt. Auch tagsüber können solche Medikamente Nachwirkungen zeigen.

Bei Johanniskraut kann zwar besserer Schlaf gegeben sein. Hormonpräparate wie die Anti-Baby-Pille können jedoch schlechter wirken. Gleiches gilt für Asthma-Medikamente, Blutverdünner des Cumarin-Typs, sowie für Mittel gegen Herzrhythmus-Störungen oder erhöhte Blutwerte.

Die Diagnostik von Schlafstörungen

Es dauert oft lange, bevor Menschen, die schlecht einschlafen oder anhaltende Schlafprobleme haben, zum Arzt gehen. Vielfach behelfen sich die Menschen bei Schlafproblemen mit rezeptfreien Schlafmitteln. Oft wird bei Amazon oder anderswo nach neuen frei verkäuflichen Wundermitteln recherchiert. Mit Hilfe von

  • Schlafbrillen
  • CDs mit weißem Rauschen
  • einer Kapsel mit Tryptophan und Magnesium
  • Meditationsmusik
  • autosuggestiven Techniken
  • einer Mischung aus Tryptophan und Magnesium
  • Melatonin-Kapseln
  • Kapseln mit L-Tryptophan und 5-HTB
  • pflanzlichen Schlaf-Tabs
  • schlaffördernden Bachblüten-Mischungen
  • oder Homöopathie.

versuchen viele Menschen, den Schlafproblemen selbst beizukommen. Betroffene nehmen vielfach nicht ernst, dass sie nicht einschlafen oder schlecht durchschlafen können. Hat sich aber jemand zum Arztbesuch entschließen müssen, kommt es zu einem Arztgespräch. Möglicherweise überweist der Arzt seinen Patienten an ein Schlaflabor. In diesem Fall kann er den Verdacht haben, dass die Schlafprobleme auf Atemaussetzer zurückzuführen sind.

Es ist möglich, dass jemand über 14 Tage ein Schlaf-Tagebuch führen soll. Wenn jemand nur schlecht einschlafen kann, empfehlen sich vielleicht Yoga, Chi Gong, Achtsamkeits-Meditation oder progressive Muskelentspannung vor dem Schlafengehen. Manchmal genügt es auch, eine Stunde später ins Bett zu gehen. Im Bett noch einen spannenden TV-Krimi zu sehen, sollte unterlassen werden. Manche Gewohnheit macht einem jungen Menschen nichts aus. Mit zunehmenden Alter aber kann dieselbe Gewohnheit zu Schlafproblemen führen.

Im Schlaflabor steht ebenfalls zunächst ein Arztgespräch auf dem Plan. Dann muss der Patient möglicherweise standardisierte Schlaf-Fragebögen ausfüllen. Es gibt außerdem die Möglichkeit, nächtliche und tagsüber ausgeführte Bewegungsmessungen zu Rate zu ziehen. Ruhe- und Aktivitätsphasen können Auskunft darüber geben, wie ausgelastet der Patient ist. Couch-Potatoes haben vermutlich häufiger Schlafstörungen als Menschen, die viel Bewegung an frischer Luft ins Leben integrieren.

Im Schlaflabor wird der Proband an Überwachungsgeräte angeschlossen. Kein Wunder, dass er dadurch erst richtig schlecht einschlafen kann. Doch der Arzt muss herausfinden, was die Ursache der Schlafprobleme ist. Dazu benötigt er bestimmte Basiswerte.

Wann sollten schlafgestörte Menschen zum Arzt gehen?

Wer gehäuft oder ständig Schlafstörungen hat, oder auffallend schlecht einschlafen kann, sollte zunächst selbst nach Ursachen suchen. Diese sind abzustellen. Kann der Betroffene weiterhin schlecht einschlafen, liegt vielleicht ein Schlafproblem vor. Sind die Schlafprobleme nicht auf eine akute Stresssituation zurückzuführen, handelt es sich spätestens nach einem halben Jahr um eine behandlungsbedürftige Schlafstörung. Länger anhaltende Schlafprobleme sollte der Betroffene immer mit einem Arzt besprechen.

Schlafstörungen, die mindestens einen Monat lang an drei Tagen der Woche zum schlecht einschlafen, frühen Aufwachen oder mangelndem Durchschlafen geführt haben, sollten hinterfragt und gegebenenfalls behandelt werden. Dies gilt vor allem dann, wenn das schlecht Einschlafen können zu Grübel-Attacken, zu verminderter Fahrtüchtigkeit oder schlechterer Arbeitsleistung führt. Wer ständig übermüdet, gereizt und unkonzentriert ist, weil er seit Wochen schlecht einschlafen kann, dürfte eigentlich auch keine Maschinen bedienen. Schlafstörungen erhöhen die Unfallneigung. Schon deshalb sollten wochenlange Schlafstörungen nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Ein Zyklus aus Tages-Wachmachern wie Kaffee, Guarana-Kapseln oder Cola, sowie Schlafmitteln des Nachts funktioniert auf Dauer nicht. Manche Menschen schlafen im Urlaub wie in Abrahams Schoß. Sie haben dann keinerlei Schlafprobleme. Möglicherweise sind sie am Urlaubsort den ganzen Tag unterwegs. Sie wandern, machen Fahrradtouren oder treiben Wassersport. Der Körper ist ausgelastet. Der Geist ist entspannt. Die frische Luft macht müde. In diesem Fall liegt es nahe, dass die Schlafprobleme auf mangelnde Bewegung und Auslastung im Alltag hinweisen. Möglicherweise ist auch Mobbing im Beruf ein Auslöser für anhaltende Schlafprobleme. An allen genannten Verursachern kann der Betroffene selbst etwas ändern. Ein Arztbesuch ist bei dieser Sachlage eher nicht notwendig.

Der Arzt forscht durch Fragen und Schlaftagebuch nach möglichen Ursachen für die Schlafstörungen. Oftmals verursachen falsche Verhaltensweisen Schlafprobleme. Menschen können schlecht einschlafen, weil sie Party-Gänger sind, jede Menge Alkohol trinken, tagsüber zu viel Kaffee oder abends anregende Cola mit Rum getrunken haben. Solche Schlafstörungen sind quasi hausgemacht. Auch eine ungünstige Schlafumgebung kann dafür sorgen, dass jemand schlecht einschlafen und nicht durchschlafen kann. Dazu gehören beispielsweise Lichtquellen im und um das Schlafzimmer herum, nicht ausgeschaltete Smartphones neben dem Bett und andere Strahlungsquellen.

Wenn durch Schichtarbeit und berufsbedingten Jetlag Schlafprobleme entstehen, ist das schon schlechter zu behandeln. Dass jemand bei ständig wechselnden Schlaf-Wach-Rhythmen schlecht einschlafen kann, ist nachvollziehbar. Solche Schlafprobleme können auf Dauer krank machen. Manche Menschen gewöhnen sich an den wechselnden Schlafrhythmus. Andere müssen den Beruf wechseln. Wieder andere akzeptieren, dass sie schlecht einschlafen. Sie schlafen dann aber die erforderliche Zeit. Wenn jemand wegen Grübeleien und Sorgen schlecht einschlafen kann, sollte er durch Achtsamkeitsmeditation üben, Probleme loszulassen.

rezeptfreie Schlafmittel können helfen, wenn jemand schlecht einschlafen kann. In manchen Fällen wird eine Psychotherapie ratsam – zum Beispiel, wenn das schlecht Einschlafen können auf seelische Belastungen oder Traumata zurückzuführen ist. Bei Schlafproblemen, die durch Atemaussetzer, Sodbrennen, Reflux-Syndrom, Tinnitus oder andere krankheitsbedingte Ursachen entstehen, kann der behandelnde Arzt eine Behandlung einleiten. Dass hochschwangere Frauen oft Schlafprobleme haben, liegt am wachsenden Bauchumfang. Hier sollte eine Schlafposition gefunden werden, die erträglich ist. Diese erleichtert das Einschlafen. Gegebenenfalls weiß ein Frauenarzt, welche Einschlafhilfen solche Schlafprobleme abmildern.

Das Restless Legs Syndrom kann eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente – beispielsweise Antidepressiva – sein. Dass jemand deswegen Schlafprobleme bekommt, ist nicht ungewöhnlich. Ob der Arzt durch die Verordnung anderer Medikamente daran etwas ändern kann, ist unterschiedlich. Wichtig ist am Arztbesuch die Abklärung der Ursachen für Schlafprobleme. Es könnten ernsthafte und behandlungsbedürftige Erkrankungen dahinter stecken. Werden diese behandelt, sind oft auch die Schlafprobleme Geschichte.

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